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Zwei Männer aus einem abgebrannten Dorfe gingen von Ort zu Ort, um milde Gaben zu sammeln. Da kamen sie zu einem großen Bauergute. Der Eigentümer stand eben vor der Tür und schalt seinen Knecht, weil er die Stricke, woran die Ochsen gespannt waren, über Nacht im Regen hatte liegen lassen. Er möge doch die Sachen besser verwahren.
Die beiden Männer, die das von weitem hörten, meinten: "O weh, das ist ein geiziger Mann, da wird´s nicht viel geben!"
Als sie näher kamen, wurden sie von dem Bauer freundlich empfangen und ins Haus geführt. Sie erzählten ihm nun ihr Unglück. Der Bauer empfand Mitleid mit den Armen. Er ließ ihnen zu essen geben, schenkte beiden ein schönes Stück Geld und versprach ihnen noch einen Zentner Samenkorn ins Dorf zu schicken.
Die Männer verwunderten sich über die Freigebigkeit des Bauers. Während sie sich´s gut schmecken ließen, sagte der eine von ihnen freimütig: "Verzeiht diese Aufnahme hatten wir nicht erwartet. Wir glaubten, Ihr seiet ein geiziger Mann, weil Ihr Eurem Knechte einer Kleinigkeit wegen einen so scharfen Verweis gegeben."
"Liebe Freunde," antwortete der Bauer, "eben deswegen, weil ich sparsam bin, bleibt mir noch so viel übrig, dass ich Notleidenden helfen kann."
Quelle: Prof. Cesare Bonatta, Italienisches Alpenland - Lesebuch für Elementarschulen (Approbiert vom königl. Ministerium für Unterricht), 1925, (Preis: 10 Lire)
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